35 Kinder und Jugendliche mit erwachsenen Vertrauenspersonen aus der Ukraine haben diesen Sommer zwei Wochen in der Jugendherberge in St.Gallen verbracht. Die Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren sind alle vom Krieg stark betroffen. Sie haben enge Angehörige verloren, aus ihrem Umfeld wurden Menschen schwer verletzt oder gelten als vermisst und sie leben in ständiger Unsicherheit. Die Kinder reisten mit vertrauten Begleitpersonen – mehrheitlich der Mütter – an, um zusätzlich emotionale Stabilität zu erhalten.
Ein Camp voller Herz, Engagement und neuer Hoffnung
Der Erholungsaufenthalt wurde vom SRK Kanton St.Gallen organisiert und durchgeführt. 50 Freiwillige unterstützten das Fachteam mit viel Herzblut - ganz im Sinne der Rotkreuz-Tradition. Diese enge Begleitung war ein wesentlicher Teil für das Wohlbefinden der Kinder. Ein zentrales Element des Camps waren die täglichen psychosozialen Inputs und die psychologische Betreuung, die von drei ukrainischen Ärztinnen und Psychologinnen angeboten wurden. In Gesprächen und durch gezielte Übungen konnten die Kinder emotionale Stärke aufbauen und Vertrauen fassen. Neben der therapeutischen Arbeit bot das Camp auch zahlreiche Freizeitaktivitäten: Ausflüge in die Badi, in den Zoo und in die Berge schenkten den Kindern neue, positive Erinnerungen. Kreative Aktivitäten und freies Spielen hatten ebenso ihren festen Platz. Auch sensible Themen, wie die Rückkehr in die Ukraine nach dem Erholungsaufenthalt wurden einfühlsam berücksichtigt. Zudem wurde für den 31. Juli und 1. August jeweils ein Ausflug nach Österreich und Liechtenstein organisiert, um die Kinder vor den Knallen der Feuerwerke zu schützen. Diese Eindrücke können für die Teilnehmenden aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Kriegsszenen sehr belastend sein.